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24.01.2018 19:59

Warum lohnt sich ein eigener Server? (Server versus Webhosting)

server room

Die meisten Webseiten werden auf einem Shared-Webhosting über einen der vielen Shared-Hosting-Anbieter betrieben. Es ist eine schnelle und kostengünstige Möglichkeit, Ihre Webpräsenz der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und setzt keine großen technischen Kenntnisse voraus. Die Bequemlichkeit dieser Variante bringt aber auch Einschränkungen mit sich. Diese Einschränkungen machen sich allerdings kaum bemerkbar, solange Sie nur eine durchschnittliche Webseite mit einem durchschnittlichen Suchmaschinen-Ranking betreiben möchten. Was aber, wenn Sie bereits viele finanzielle Mittel in Ihre Web-App investiert haben, um in Suchmaschinen vor den Webseiten der Konkurrenz angezeigt zu werden? Reicht es auch in diesem Fall, die Webseite einfach auf einem Shared-Hosting abzulegen? Die Antwort auf diese Frage ist einfach und kompliziert zugleich – es kommt ganz auf Ihre Marketing-Ziele und die Bereitschaft an, in den Komfort Ihrer Kunden zu investieren.

 

Wie funktionieren Webseiten eigentlich?
 

Der durchschnittliche Nutzer stellt sich unter einer Webseite Folgendes vor: www.meineseite.de. Das ist jedoch nicht ganz korrekt, da das, was Sie in den Browser eingeben, nicht die Webseite ist, sondern der Domainname, kurz Domain genannt. Man kann sich die Domain wie ein Schild auf einem Wegweiser vorstellen, der dem Browser den Weg zu einer Webseite zeigt. Der Wegweiser ist in unserer Analogie der Domain Name Server – abgekürzt DNS, der den Browser zu dem Inhalt der Webseite führt. Der Browser fragt, wo sich der Inhalt befindet und der DNS sendet eine Antwort in einem komplexen Format wie 2a01:390:1:2:e1b1:2:0:D46 zurück, der vom Browser auch verstanden wird. Als Inhaber einer solchen Domain können Sie dem DNS vorschreiben, wohin er verweisen soll. Das ist praktisch, wenn Sie eine neue Version Ihrer Webseite vorbereiten oder die Webseite zu einem neuen Verwalter umziehen möchten. Dafür legen Sie einfach zwei verschiedene Versionen auf zwei Servern ab und schalten von einem Tag auf den anderen um.

Der DNS Wegweiser ist eigentlich eine Anwendung an sich, die auf einem eigenen Server läuft. Dieser Server muss auch verwaltet, gewartet und ans Netz angebunden werden. Diese Dienstleistung heißt Domain-Hosting, wird aber meist nicht namentlich erwähnt, da sie in den meisten Shared-Webhosting-Paketen bereits enthalten ist. 

 

Was ist eigentlich ein Server?

 


Ein Server ist ein Rechner, der prinzipiell Ihrem Laptop, Tablet, Smartphone oder PC in vieler Hinsicht ähnelt. Er sieht zwar anders aus – etwa wie eine Schublade in einem Schrank, ohne Bildschirm, mit vielen Kontrollleuchten und herausragenden Kabeln - doch im Prinzip macht er das gleiche wie jeder andere Rechner. Natürlich ist der Server sehr viel leistungsstärker, zuverlässiger und teurer als ein herkömmlicher PC, befindet sich in geschützten Bereichen und verfügt über einen Highspeed-Internetanschluss. So kann man es von außen betrachten.

In Wirklichkeit ist ein Server eine Sammlung von diversen Programmen und Anwendungen, die den Betrieb Ihrer Web-App ermöglichen (die Programme laufen oft sogar auf mehreren Rechnern gleichzeitig). Jedes dieser Programme hat seine Teilfunktion, beispielsweise die Anzeige der Webseite, das Speichern der benötigten Daten in speziellen Datenbanken, die Erstellung eines Backups von wichtigen Daten oder die Bearbeitung von Bildern.
 


Was ist also der Unterschied?


Alles was bisher gesagt wurde, gilt gleichermaßen für einen eigenen Server sowie das zuvor erwähnte Shared-Hosting. Warum ist also ein eigener Server wichtig, wenn Shared-Hosting eigentlich auch ein Server ist? Die Frage kann mit einem Wort beantwortet werden: Skalierbarkeit.

Die Einstellungen der jeweiligen Server sind ganz auf ihren Einsatzzweck abgestimmt. Im Fall von Shared-Hosting besteht der Zweck darin, möglichst vielen Kunden den Betrieb einer Webseite auf dem Server zu ermöglichen und ihnen ein einheitliches Umfeld mit einer festgelegten Anzahl an Standard-Möglichkeiten zu bieten. Diese Einheitlichkeit führt zu größeren Einschränkungen:  Weil jeder Ausfall eine große Anzahl von Benutzern betreffen würde, sind Webhosting-Anbieter darauf aus, Einstellungsmöglichkeiten soweit wie möglich zu standardisieren, um unerwartete Fehler zu vermeiden. Das heißt, dass den Kunden ein stabiles Umfeld geboten wird, die Performance und Softwareausstattung jedoch geringer sind und es weniger Freiheiten gibt, individuelle Anpassungen vorzunehmen. Die folgenden Beispiele geben einen weiteren Überblick: 
 

  1. In der Vorweihnachtszeit wird die Webseite eines Kunden von deutlich mehr Nutzern besucht als in den anderen Monaten. Jedoch sind die Systemressourcen für seine Webseite begrenzt, wodurch sich die Ladezeit der Webseite verlangsamt. Denn wenn die Anzahl der Benutzer überschritten wird, wartet der Server darauf, dass Prozesse beendet werden. Deshalb werden neue Nutzer nicht vom Server zugelassen, bis ausreichend viele Nutzer Ihren Websitebesuch beendet haben. Die meisten Nutzer werden die Verzögerung nicht dramatisch finden - wenn in dieser Zeit jedoch ein Google-Bot die Webseite aufruft, verliert die Seite wichtige Credits und das hat ein schlechteres Page-Ranking zur Folge.
     
  2. Installation von nicht standardgemäßen Erweiterungen der primären Server-Anwendungen: Auf Shared-Hostings ist es nahezu unmöglich, Module einzusetzen, die nützlich für den Programmierer und für die Webseite selbst sind. Der Grund ist, dass sie entweder das Risiko eines Fehlers erhöhen oder der Server die erhöhte Anzahl an Anfragen, die durch die erhöhte Anzahl von Nutzern verursacht wird, nicht verarbeiten können würde. Bei manchen Modulen ist es auch unmöglich, eine universelle Einstellung für alle Nutzer vorzunehmen.
     
  3. Aktuellste Versionen der Server-Software: Die Vorbereitung für neue Versionen nimmt viel mehr Zeit in Anspruch, weil die Einstellungen und Tests für das breite Nutzerspektrum einfach aufwändiger ist.

Bei einem eigenen Server, auf dem nur wenige Webseiten betrieben werden, die sich zudem meistens vom Aufbau her ähneln und von einer festen Gruppe Programmierer verwaltet wird, entstehen solche Probleme nicht. Systemänderungen können schneller getestet sowie implementiert und mögliche Fehler schneller behoben werden.

 

Welchen Mehrwert bringt das Webhosting auf dem DevelArt Server?

 

  •  Ein eigener dedizierter Server ausschließlich für unsere Kunden. Wo bei gängigen Shared-Hostings ein Rechner von mehreren hunderten Kunden genutzt wird und die IT-Ressourcen für jeden Klienten strikt begrenzt sind, können Sie die Annehmlichkeiten individueller Lösungen und ein größeres Speichervolumen genießen. Das macht sich vor allem bei der Performance der Webseite bemerkbar. Das werden nicht nur Ihre Kunden zu schätzen wissen, sondern auch die Suchmaschine Google, die eine erhöhte Performanceleistung positiv bewertet und das Page-Ranking somit erhöht.
     
  • Nicht standardgemäße Erweiterungen des Webservers. Dadurch, dass wir die volle Kontrolle über unseren Server haben, sind wir dazu in der Lage, modernste Software-Technologien zu verwenden, die bei anderen kommerziellen Anbietern nicht gängig sind (zum Beispiel mod_pagespeed, HTTP 2.0. oder auch eine komplexe Suchfunktion, die Sie in diesem Wiki nachlesen können). Gleichzeitig ermöglicht es uns, die Einstellungen der Software spezifisch an die Kundenwünsche anzupassen. Wie beim obigen Punkt wirkt sich beides positiv auf die Performance und das Page-Ranking der Webseite aus.
     
  • Versionsverwaltung. Die meisten Webentwickler nehmen Änderungen direkt im Live-Betrieb vor oder laden die Updates stoßartig hoch, was ebenfalls negative Auswirkungen auf die Ladezeit hat. Mit unserem System können Sie neue Versionen und Updates noch vor der Veröffentlichung überprüfen - und wenn alles in Ordnung ist, mit einem Befehl veröffentlichen. Das macht nicht nur einen spürbar professionelleren Eindruck auf die Besucher der Webseite, sondern spart Ihnen Geld und Zeit, die Sie sonst mit dem Programmieren verbringen würden.
     
  • Die Serververwaltung ist tiefgründiger, weil wir Zugang zu Daten und Informationen haben, die Programmierern bei Shared-Hostings aus Sicherheits- oder Kapazitätsgründen oftmals nicht zur Verfügung stehen. Dadurch können wir Probleme effektiver und nachhaltiger lösen.
     
  • Die Möglichkeit, neuartige Software-Lösungen einzusetzen, um unkonventionelle Anfragen der Kunden erfüllen zu können und Verbindungen mit bestehenden Systemen des Unternehmens herzustellen. Es ist nahezu alles erlaubt, was die Sicherheit und Laufzeit des Servers nicht gefährdet.
     


Ein Wort zum Schluss


Mit diesem Beitrag wollen wir in keinster Weise Shared-Hostings schlecht reden. Die Mitarbeiter in den Teams diverser Hosting-Anbieter leisten in der Regel eine sehr professionelle sowie beeindruckende Arbeit und die meisten Kunden sind mit dem Leistungsumfang zufrieden. Wir wollten lediglich darauf hinweisen, dass es wenig Sinn macht, sich einen Bentley anzuschaffen, um anschließend mit den günstigsten Reifen auf Straßen mit Geschwindigkeitsbegrenzungen zu fahren.




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